Hologramm: Was es ist, wie es funktioniert und was nur so heißt
So ist dieser Text entstanden: Owl3D hat ihn auf Grundlage öffentlich zugänglicher Quellen geschrieben, die Quellenliste (13) steht am Ende.
Kurz gesagt
Ein Hologramm ist eine Aufnahme, die nicht nur die Helligkeit des Lichts speichert, sondern auch seine Phase [1]. Deshalb zeigt es ein räumliches Bild: Bewegst du den Kopf, siehst du den Gegenstand aus einem anderen Blickwinkel, wie durch ein Fenster [1][2]. Echte Hologramme findest du zum Beispiel auf Kreditkarten und Euro-Banknoten [1][5]. Vieles, was als „3D-Hologramm“ verkauft wird, ist dagegen ein flaches Bild: ein Ventilator mit LED-Streifen, eine Spiegelung auf Glas oder eine Projektion [3][4][7]. Dieser Ratgeber stammt von Owl3D, dem Hersteller des Owl3D Shift.

Das Sicherheitshologramm einer Kreditkarte. Foto: Dominic Alves, CC BY 2.0, über Wikimedia Commons, Ausschnitt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hologramm speichert das Licht eines Gegenstands so vollständig, dass das Bild räumlich wirkt. Mehr unter Was ist ein Hologramm?
- Ein echtes Hologramm ist eine Folie oder Platte mit einem feinen Lichtmuster. Das räumliche Bild entsteht erst, wenn Licht darauf fällt. Mehr unter Wie funktioniert ein Hologramm?
- Auf Kreditkarten und Euro-Banknoten sind echte Hologramme. Mehr unter Wo gibt es echte Hologramme?
- Hologramm-Ventilator, Handy-Pyramide und Bühnen-„Hologramme“ zeigen flache Bilder. Mehr unter Was als Hologramm verkauft wird
- Hologramme wie in „Star Wars“ gibt es nicht. Am nächsten kommen ihnen volumetrische Displays, etwa Prototypen aus der Forschung. Mehr unter Hologramme wie im Film
Was ist ein Hologramm?
Das Wort kommt aus dem Griechischen: „holos“ heißt „ganz“, „graphain“ heißt „schreiben“ [2]. Man könnte es als „vollständige Aufzeichnung“ übersetzen [2]. Den Begriff prägte der ungarische Ingenieur Dennis Gábor im Jahr 1947 [1]. Für die Holografie erhielt er 1971 den Nobelpreis für Physik [1].
Ein Foto speichert nur, wie hell das Licht an jeder Stelle ist, und bei Farbfotos auch die Farbe [1]. Ein Hologramm speichert zusätzlich die Phase des Lichts, also wie die Lichtwellen zueinander stehen [1]. Deshalb scheint das Motiv beim Betrachten frei im Raum zu schweben [1].
Das Schülerlexikon Lernhelfer erklärt den Unterschied am Beispiel eines Fensters [2]. Schaust du durch ein Fenster, bleibt der räumliche Eindruck. Klebst du ein Foto der Aussicht auf die Scheibe, wirkt das Bild flach [2]. Ein Hologramm verhält sich wie das Fenster.
„Holografie“ ist das Verfahren. „Hologramm“ ist das Ergebnis: der Film oder die Folie mit dem aufgezeichneten Bild. Beide Schreibweisen sind richtig: Holografie und Holographie.
Wie funktioniert ein Hologramm?
Für ein klassisches Hologramm braucht man kohärentes Licht, in der Regel Laserlicht [1][2]. Kohärent heißt: Die Wellen schwingen im Gleichtakt. So entsteht das Hologramm [2]:
- Ein Strahlteiler trennt den Laserstrahl in zwei Teile.
- Ein Teil fällt direkt auf den Film. Das ist die Referenzwelle.
- Der andere Teil beleuchtet den Gegenstand. Das zurückgeworfene Licht heißt Objektwelle und fällt ebenfalls auf den Film.
- Auf dem Film überlagern sich beide Wellen. So entsteht ein feines Interferenzmuster. Darin steckt die räumliche Lage der Punkte des Gegenstands [2].

Das Muster auf dem Film sieht nicht aus wie der Gegenstand. Erst wenn wieder passendes Licht darauf fällt, entsteht das Bild. Du siehst den Gegenstand dann hinter dem Film, wie durch ein Fenster [1]. Bewegst du dich, siehst du ihn auch aus anderen Richtungen [1].

Bei der Aufnahme darf sich der Gegenstand nicht bewegen. Die Belichtung dauert manchmal Minuten [1]. Deshalb sind klassische Hologramme Standbilder.
Wo gibt es echte Hologramme?
Ein echtes Hologramm hast du am ehesten auf deiner Bank- oder Kreditkarte in der Hand. Seit etwa 1990 dienen Hologramme als Echtheitszertifikate auf Verpackungen, Büchern, Banknoten und Ausweisen [1]. Sie sollen vor Fälschungen schützen [1].
- Karten: Hologramme auf Bank- und Kreditkarten zeigen 3D-Bilder [1]. Laut Lernhelfer findet man auf solchen Karten und auf Geldscheinen Weißlichthologramme. Sie zeigen ihr Bild auch bei normalem Licht, ohne Laser [2].
- Euro-Banknoten: Als Beispiel nennt die Europäische Zentralbank den 100-Euro-Schein der Europa-Serie [5]. Kippst du den Schein, siehst du ein „Porträt-Hologramm“ und ein „Satelliten-Hologramm“ [5].
- Kinegramme: Hologramme und Kinegramme werden häufig verwechselt [1]. Ein Beispiel bei Wikipedia ist der Kinegrammstreifen auf einem 5-Euro-Schein [1]. Kinegramme zeigen keine 3D-Bilder, sondern flache Bewegungseffekte, wenn sich der Blickwinkel ändert [1].
Weitere Anwendungen sind holografische Elemente in Head-up-Displays und computerberechnete Hologramme [1].
Was als Hologramm verkauft wird
Das Wort „Hologramm“ steht heute auf vielen Produkten, die nichts aufzeichnen. Ein erster Test: Zeigt das Bild aus einer anderen Position eine andere Seite des Gegenstands? Wenn nicht, ist es ein flaches Bild. Wenn ja, kann es trotzdem ein Bildschirm mit vielen Ansichten sein. Ein echtes Hologramm ist es nur, wenn ein aufgezeichnetes Lichtmuster das Bild erzeugt [1]. Die Tabelle ordnet die häufigsten Produkte ein.
| Was | So funktioniert es | Flach oder räumlich? | Echtes Hologramm? |
|---|---|---|---|
| Hologramm auf Karte oder Banknote | Ein gespeichertes Interferenzmuster lenkt das Licht und erzeugt das Bild [1][2] | Räumlich: Die Ansicht ändert sich mit dem Blickwinkel [1] | Ja |
| Hologramm-Ventilator (LED-Lüfter) | Ein Rotor mit LED-Streifen dreht sich schnell und zeigt ein Video [6][7] | Flach: ein zweidimensionales Muster, das sich laufend ändert [7] | Nein |
| Handy-Pyramide | Ein Video auf dem Handy spiegelt sich in vier Plastikflächen [4] | Flach: dasselbe Bild viermal [4] | Nein |
| Bühnen-„Hologramm“ (Pepper’s Ghost) | Eine schräge Folie spiegelt ein Video in den Raum [3] | Flach: „Dieses Bild ist zweidimensional“ [3] | Nein [3] |
| Holografisches Display (zum Beispiel Looking Glass) | Zeigt bis zu 100 verschiedene Ansichten in einem Bereich von etwa 58° [8] | Räumlich, je nach Richtung ein anderes Bild [8] | Nein, ein Bildschirm mit vielen Ansichten |
| HoloLens und Mixed-Reality-Brillen | Die Brille legt digitale Objekte über die echte Umgebung [9] | Räumlich, nur mit Brille | Nein, „Hologramm“ ist bei Microsoft der Name für digitale Objekte [9] |
| Volumetrisches Display | Zum Beispiel Bilder auf einer schnell drehenden Scheibe. Ein Prototyp schafft bis zu 2880 pro Sekunde [11] | Räumlich, aus verschiedenen Blickwinkeln [11] | Nein, ein anderes Verfahren [10] |
Stand : Funktionsweise laut den Quellen in der Tabelle.
Der Hologramm-Projektor: was der LED-Ventilator wirklich ist
Wer „Hologramm-Projektor“ oder „3D-Hologramm-Projektor“ sucht, findet meist einen LED-Ventilator. Ein Anbieter wirbt mit der „Illusion eines schwebenden Hologramms“ [6]. Die Videos kommen von einer microSD-Karte [6].

Der Rotor trägt Streifen mit LEDs. Er dreht sich so schnell, dass dein Auge statt der Streifen ein Bild sieht. Der Hersteller HYPERVSN schreibt, dass so ein Display ein zweidimensionales Muster erzeugt, das sich laufend ändert (englisch) [7]. Ein klassisches Hologramm entsteht dabei nicht [7].
Unter einem YouTube-Video über so einen Ventilator äußern sich mehrere Zuschauer enttäuscht. Die Kommentare stammen etwa aus den Jahren 2019 bis 2021. Einer schreibt: „Das sieht mir garnicht nach einem Hologramm aus. Schade.“ [13] Ein anderer meint: „Das Geflacker von dem Rotor zerstört jegliche Illusion“ [13]. Ein dritter schreibt über die Lautstärke: „Viel zu laut das nervt..“ [13] Wir haben keinen Ventilator selbst getestet.
Als Deko im dunklen Raum oder als Blickfang im Schaufenster kann so ein Gerät gut wirken. Ein Hologramm ist es nicht.
Pepper’s Ghost und die Handy-Pyramide
Bühnen-„Hologramme“ nutzen oft einen Trick aus dem 19. Jahrhundert [3]. Er heißt Pepper’s Ghost, benannt nach John Henry Pepper [3]. Vor der Bühne hängt eine dünne Folie im 45°-Winkel. Ein LED-Bildschirm oder ein Projektor wirft das Bild von unten auf die Folie [3]. Für das Publikum scheint das Spiegelbild auf der Bühne zu stehen.

In der Wikipedia heißt es deutlich: Der Trick wird oft als 3D-Holografie vermarktet, kann aber „höchstens als pseudoholographisch“ gelten [3]. „Weder ist das Bild stereoskopisch noch ist es ein Hologramm.“ [3]
Die Handy-Pyramide funktioniert genauso, nur klein. Du stellst eine Pyramide aus durchsichtigem Plastik auf das Handy. Ein Video zeigt dasselbe Motiv viermal. Jede Fläche spiegelt eines davon [4]. Das Portal wb-web schreibt über eine solche App: Sie erzeugt „noch keine richtigen Hologramme“ [4]. Als Bastelprojekt mit Kindern macht die Pyramide trotzdem Spaß.
Hologramme wie im Film: Gibt es das?
Prinzessin Leia, die in „Star Wars“ als leuchtende Projektion über dem Tisch schwebt, ist kein Hologramm im physikalischen Sinn. Ein Physiker der Brigham Young University sagt: Ein 3D-Bild, das in der Luft schwebt und um das du herumgehen kannst, heißt volumetrisches Bild (englisch) [10]. Ein Hologramm streut das Licht nur an seiner Oberfläche. Wenn du nicht auf diese Fläche schaust, siehst du das Bild nicht [10].
Volumetrische Displays gibt es als Prototypen, zum Beispiel von Voxon Photonics und Brightvox [11]. Ein Team der Universidad Pública de Navarra stellte 2025 eine Version vor, in die du hineingreifen kannst [11]. Dabei werden bis zu 2880 Bilder pro Sekunde auf eine sich schnell drehende, elastische Scheibe projiziert [11]. Laut ingenieur.de sind in Filmen mit „Hologrammen“ oft solche volumetrischen Darstellungen gemeint [11].
3D zu Hause ohne Brille
Wer zu Hause ein räumliches Bild sehen will, braucht heute kein Hologramm. Bildschirme für 3D ohne Brille zeigen deinem linken und rechten Auge zwei verschiedene Bilder. Daraus setzt dein Gehirn ein räumliches Bild zusammen. Eine Übersicht findest du unter 3D ohne Brille und 3D-Monitore.

Ein Beispiel ist unser eigener Bildschirm, der Owl3D Shift. Auf seinem 4K-Panel sitzt eine Schicht aus Lentikularlinsen. Mit Eye-Tracking lenkt er das Licht für das linke und das rechte Auge dorthin, wo deine Augen gerade sind [12]. Der passende Abstand liegt bei etwa 45 bis 100 cm [12]. Den 3D-Effekt sieht jeweils nur eine Person. Ein Hologramm ist der Shift nicht.
Für 3D braucht der Shift einen Computer mit der Owl3D-App. Die App lässt sich unter Einstellungen → System → Sprache auf Deutsch umstellen. Sie wandelt Videos und auch deine eigenen Fotos in 3D um. Das Ergebnis ist eine KI-Umwandlung, keine Aufnahme mit zwei Objektiven. Unter Windows brauchst du eine Grafikkarte der NVIDIA RTX 30-Serie oder neuer [12]. Auf dem Mac brauchst du Apple Silicon, also einen M1 Pro oder einen M2-, M3-, M4- oder neueren Chip [12]. Den Shift gibt es im Owl3D-Shop, mit Lieferung nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz [12]. Mehr zu räumlichen Bildern aus eigenen Aufnahmen steht unter 3D-Fotos.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Holografie und Hologramm?
Holografie ist das Verfahren, mit dem man das Licht eines Gegenstands aufzeichnet und wiedergibt [1]. Das Hologramm ist das Ergebnis, also der Film oder die Folie mit dem Bild.
Warum zeigt ein Stück eines Hologramms noch das ganze Bild?
Jeder Punkt des Gegenstands beeinflusst das Muster auf dem ganzen Film [1]. Teilst du ein Hologramm in Stücke, zeigt jedes Stück noch das ganze Motiv [1]. Das Bild wird nur unschärfer. Außerdem kannst du es nur noch aus einem kleineren Winkelbereich sehen [1].
Brauche ich einen Laser, um ein Hologramm zu sehen?
Für die Aufnahme ja: Ein klassisches Hologramm braucht Laserlicht [2]. Zum Ansehen nicht immer. Weißlichthologramme wie auf Bankkarten und Geldscheinen zeigen ihr Bild auch bei normalem Licht [2].
Kann ich ein Hologramm selber machen?
Ein echtes Hologramm braucht einen Laser und einen ruhigen Aufbau. Der Gegenstand darf sich während der Belichtung nicht bewegen, und die dauert manchmal Minuten [1]. Leicht selbst bauen kannst du die Handy-Pyramide. Sie zeigt aber ein gespiegeltes, flaches Bild, kein Hologramm [4].
Ist ein Hologramm dasselbe wie 3D?
Nein. Ein 3D-Film oder ein 3D-Foto besteht aus zwei flachen Bildern, einem für jedes Auge. Du siehst sie immer aus demselben Blickwinkel. Ein Hologramm zeichnet das Licht so auf, dass sich die Ansicht mit deiner Position ändert [1]. Mehr dazu unter Stereoskopie.
Quellen (13)
- Wikipedia, „Holografie“. https://de.wikipedia.org/wiki/Holografie (abgerufen am 02.11.2026)
- Lernhelfer, Schülerlexikon Physik Abitur, „Holografie“. https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik-abitur/artikel/holografie (abgerufen am 02.11.2026)
- Wikipedia, „Pepper’s ghost“. https://de.wikipedia.org/wiki/Pepper%E2%80%99s_ghost (abgerufen am 02.11.2026)
- wb-web, „Hologramme – von der Bildspiegelung zur 3D-Projektion“. https://wb-web.de/material/medien/hologramme-von-der-bildspiegelung-zur-3d-projektion.html (abgerufen am 02.11.2026)
- Europäische Zentralbank, „Sicherheitsmerkmale“ der Euro-Banknoten. https://www.ecb.europa.eu/euro/banknotes/current/security/html/index.de.html (abgerufen am 02.11.2026)
- Virtual On, „Hologramm Projektor LED Lüfter“. https://virtualongroup.com/de/hologramm-projektor-led-luefter/ (abgerufen am 02.11.2026)
- HYPERVSN, „How Does Holographic Projection Work?“ (englisch). https://hypervsn.com/blog/How-Does-Holographic-Projection-Work.html (abgerufen am 09.10.2026)
- Looking Glass Factory, „How it works“ (englisch). https://lfdocs.lookingglassfactory.com/keyconcepts/how-it-works (abgerufen am 09.10.2026)
- Microsoft Learn, „Was ist ein Hologramm?“. https://learn.microsoft.com/de-de/windows/mixed-reality/discover/hologram (abgerufen am 02.11.2026)
- Brigham Young University, Physik, „BYU study produces 3D images“, Dezember 2018 (englisch). https://physics.byu.edu/department/news/2018-12-byu-study-produces-3d-images (abgerufen am 09.10.2026)
- ingenieur.de, „Hologramme zum Anfassen: Neue Technik macht’s möglich“, 09.04.2025. https://www.ingenieur.de/hologramme-zum-anfassen-neue-technik-macht-s-moeglich-ac58c267-dba9-4509-897c-1f5ee8267fff/ (abgerufen am 02.11.2026)
- Owl3D, „Owl3D Shift“. https://www.owl3d.com/de/shift (abgerufen am 02.11.2026)
- YouTube, Kommentare unter „Hologramm-Erfinder: Virtuelle Gegenstände aus dem Nichts“. https://www.youtube.com/watch?v=piTQM8uOWdg (abgerufen am 02.11.2026)